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CMD als häufiger Auslöser für körperliche Beschwerden


Chronische Kopfschmerzen, starke Rücken- oder Nackenschmerzen, Tinnitus oder Migräne – unterschiedliche Symptome, die alle auf eine Ursache hindeuten können: Craniomandibuläre Dysfunktion, kurz CMD. „Hierbei handelt es sich um eine Störung des Kiefergelenks und umliegender Strukturen, die oft Auswirkungen auf den gesamten Körper zeigt“, weiß Claudia Miethe, Fachzahnärztin für Kieferorthopädie in der SternKlinik in Bremen. Viele Betroffene erleben eine wahre Arztodyssee ohne richtige Diagnose. Jedoch bestehen bei korrekter Behandlung unter Mitarbeit der Patienten gute Heilungschancen. Um die Ursprünge der Fehlfunktion zu ermitteln und erfolgreich zu therapieren, arbeiten in spezialisierten Praxen Mediziner aus Bereichen wie Kieferorthopädie, Orthopädie und Physiotherapie fachübergreifend zusammen.


D
er Ursache auf der Spur

Bei der Diagnose von CMD gilt die umfassende Betrachtung des Patienten als wichtigste Voraussetzung. Mithilfe von Fragebögen und Arzt-Patienten-Gesprächen ermitteln Experten zunächst körperliche, aber auch psychische Probleme und fragen individuelle Hintergründe sowie Begleiterkrankungen ab. „In der Regel erfolgt ein Blick auf die Körperhaltung sowie die Beweglichkeit des Kopfes“, erläutert Claudia Miethe. „Zudem prüfen wir die Beschaffenheit der Zähne, Bisslage sowie die Beweglichkeit des Unterkiefers. Bei Bedarf führen wir funktionelle Tests der Zähne durch.“ Abhängig von den Beschwerden kommen darüber hinaus Verfahren wie Magnetresonanztomografie zur Darstellung des Kiefergelenks, Wirbelsäulenvermessung oder Ganganalyse zum Einsatz.


Fehlstellungen korrigieren

Oft beginnt die Therapie mit einer individuell angepassten Zahnschiene, die entweder den Kiefer stabilisieren soll, die Muskelentspannung unterstützt oder Störkontakte der Zähne ausschalten kann. Liegen Zahn- oder Kieferfehlstellungen vor, erfolgt zudem eine Korrektur durch den Kieferorthopäden und/oder Kieferchirurgen. Möglicherweise vorhandenen Zahnersatz passt der Zahnarzt an. Dr. Peter Zernial, ebenfalls auf CMD spezialisierter Kieferorthopäde der SternKlinik, ergänzt: „Da es sich bei CMD um eine schleichende Erkrankung handelt und eine Fehllage des Unterkiefers als häufige Ursache gilt, sollte für jedes Kind mit dem Zahnwechsel, spätestens ab dem 7. Lebensjahr, ein Besuch beim Kieferorthopäden anstehen. Bereits zu diesem Zeitpunkt lassen sich Fehlentwicklungen erkennen und das Wachstum beziehungsweise Fehlfunktionen bestmöglich beeinflussen.“


Grenzübergreifende Behandlung

Liegen Verspannungen und Verkürzungen in Muskulatur oder Gelenkkapsel vor, führen Physiotherapeuten oder Osteopathen spezielle Übungen durch. Diese lockern das Bindegewebe oder helfen, Einschränkungen der Mundöffnung zu beheben. Führen die Schmerzen zu einer sehr starken Belastung, erfolgt oft auch eine psychotherapeutische Begleittherapie. „Bei Reibegeräuschen durch Arthrose können neben einer Entlastungsschiene Präparate zur Regeneration des Knorpels zum Einsatz kommen“, fügt Claudia Miethe hinzu. Knack- oder Klickgeräusche bei der Mundöffnung lassen sich hingegen nur selten dauerhaft beheben. Meist gehen diese auf eine Verschiebung oder Verwachsung der Knorpelscheibe im Kiefergelenk oder eine Verdickung des Knorpels im Bereich der Gelenkfläche zurück.


Alltäglicher Ausgleich

In vielen Fällen reduzieren sportliche Aktivitäten oder Anpassungen der Lebensumstände schmerzhafte Verspannungen. „Jeder Mensch braucht zu seinem Alltag einen Ausgleich, ansonsten holt der Körper sich ihn auf anderem Wege, beispielsweise durch nächtliches Pressen oder tägliche Körperfehlhaltungen“, sagt Claudia Miethe. „So empfiehlt es sich, durch Hobbys oder Sport täglich einige Minuten körperlich und seelisch zu entspannen. Auch positives Denken hilft, um nicht im wahrsten Sinne des Wortes ‚verbissen‘ durchs Leben zu gehen.“

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