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Viele Menschen, die bei Sehproblemen nicht zögern würden, eine Brille zu tragen, tun sich schwer, wenn es darum geht, ein Hörgerät zu nutzen. Oft verlieren die Betroffenen ihre Hemmschwelle nach einem Gespräch mit ihrem HNO-Arzt, denn gerade auf dem Gebiet der Hörgeräte wurden in den letzten Jahren viele Fortschritte gemacht. Mit Jochen Keibel haben wir in der Bremer SternKlinik einen ausgewiesenen Experten für Hörgerätetechnik, der unsere Patienten gerne persönlich berät. Die wichtigsten Fragen rund ums Thema Hörgerät klären wir in diesem Beitrag.

Hörprobleme niemals auf die leichte Schulter nehmen 

Hörprobleme auf einem oder beiden Ohren sollten auf keinen Fall ignoriert werden. Meist verschwinden sie nicht wieder von allein, sondern verschlechtern sich sogar noch weiter. Bei abnehmender Hörleistung sollte man daher sofort einen HNO-Arzt aufsuchen, der gründlich untersucht, welche Ursachen hinter dem Hörproblem stecken und wie eine Behandlung aussehen sollte. Gerade bei schleichenden Hörproblemen merkt der Betroffene zu Anfang gar nicht, dass er ein Hörproblem hat.

Natürlich fällt es auf, wenn man Alltagsgeräusche wie etwa das Klingeln des Telefons oder der Wohnungstür nicht mehr gut hört oder bei Gesprächen nicht mehr alles mitbekommt. Doch zumeist wird das von den Betroffenen und seiner Umgebung zu Anfang wegerklärt. Dazu kommt, dass auch das Gehirn einen Teil der Hörpobleme auffangen und kompensieren kann. Erst wenn die Hörprobleme zu erheblichen Einschränkungen im Alltag führen, scheint der Gang zum Arzt unausweichlich. Anders verhält es sich mit einem plötzlichen Verlust der Hörkraft, dem Hörsturz: Hier suchen die meisten Betroffenen zeitnah den HNO-Arzt auf.

Woran erkennt man Hörprobleme?

Mehrere typische Indizien können auf eine nachlassende Hörleistung hinweisen:

  • Andere werden nur noch undeutlich gehört
  • Das Telefon- oder Haustürklingeln wird regelmäßig überhört
  • Musikanlage oder Fernseher müssen immer lauter gestellt werden
  • Hintergrundmusik oder Hintergrundgeräusche können nicht mehr so gut herausgefiltert werden, d.h. es fällt schwer einem Gespräch z.B. im Restaurant zu folgen.

Welche Gründe gibt es für Hörprobleme?

Bei den meisten Menschen nimmt das Hörvermögen mit dem Alter ab. Bereits ab dem 50. Lebensjahr vermindert sich bei vielen die Fähigkeit, Töne im höheren Spektrum wahrzunehmen. Einer der Gründe dafür ist, dass die Haarzellen (Sinneszellen in der Gehörschnecke), die dabei helfen, die höheren Frequenzen zu hören, in ihrer Funktionsfähigkeit nachlassen oder sogar absterben können. Auch ist die Lärmbelastung, der die Menschen in den Industrieländern ausgesetzt sind, oft so hoch, dass sie mit der Zeit zu einer Minderung der Hörfähigkeit führen kann. Selbst jüngere Menschen leiden laut einer Studie der WHO zunehmend unter einem Rückgang ihrer Hörfähigkeit.

Erkrankungen wie eine Mittelohrentzündung oder eine Hirnhautentzündung können zu Problemen beim Hören oder sogar zu einem Hörverlust führen. Daneben kann ein verstopfter Gehörgang, etwa durch einen Abzess, einen Fremdkörper oder Ohrenschmalz, mit einem Verlust der Hörfähigkeit einhergehen. Auch ein Trauma wie etwa eine Explosion, laute Musik oder ein Knall können zu einem teilweisen oder völligen Verlust der Hörfähigkeit führen. Auf alle Fälle muss der HNO-Arzt durch entsprechende Untersuchungen feststellen, ob die Hörfähigkeit nur vorübergehend oder dauerhaft eingeschränkt ist und in welchem Umfang beziehungsweise Schweregrad sie eingeschränkt ist. 

Ab wann braucht man ein Hörgerät?

Ist die Hörfähigkeit dauerhaft eingeschränkt, sollte der Betroffene ein Hörgerät nutzen. Manchmal empfehlen Ärzte ein Hörgerät auch dann, wenn die Hörgeräteindikation noch nicht völlig zutrifft, weil bei der frühzeitigen Nutzung eines Hörgerätes eine weitere Verschlimmerung vermieden oder hinausgezögert werden kann. Dazu kommt, dass das Gehirn die gehörten Klänge ja verarbeiten und interpretieren muss. Wenn es die Klänge nicht mehr vermittelt bekommt, kann es quasi verlernen, Gehörtes richtig zu interpretieren. Wer auf beiden Ohren schlechter hört, sollte unbedingt auch zwei Hörgeräte nutzen, da ansonsten räumliches Hören für den Betroffenen nur noch teilweise oder im ungünstigsten Fall gar nicht mehr möglich ist. 

Für unterschiedliche Hörschäden gibt es unterschiedliche Hörgeräte

Die Art des Hörgerätes hängt vor allem von der Art der Hörschädigung ab. Es gibt Hörgeräte, die analog oder digital funktionieren, wobei fast ausschließlich nur noch digitale verwendet werden. Sie können im Ohr oder hinter dem Ohr getragen werden. Hier wird der Schall in der entsprechenden Frequenz verstärkt und an das Innenohr weitergegeben. Diese Hörgeräte funktionieren allerdings nur mit den Sinneszellen im Innenohr gemeinsam.

Wenn diese ausgefallen sind, kann noch ein Implantat helfen. Damit wird dann der Hörnerv direkt stimuliert. Bei den Implantaten ist ein operativer Eingriff nötig, während die einfachen analogen oder digitalen Hörgeräte nach dem Einstellen auf die persönlichen Bedürfnisse sofort genutzt werden können.

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